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interkosmos Buchbar Misha Schoeneberg - Vielleicht wollte er gar nicht schweigen
Interkosmos, Berlin
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Der Musiker und Historiker befragt in diesem Buch seine eigene Familiengeschichte - feinfühlig und mit subtilem Humor.
Der Vater stammt aus einer jüdischen Berliner Familie, er hat Auschwitz überlebt. Die Mutter kam aus Vorpommern, als Mädchen war sie im BDM. Eine deutsch-jüdische Verbindung des Nachkriegsdeutschlands – so ungewöhnlich wie ihre Kinder: eine seltene Mischung. Doch über die Geschichte herrschte Schweigen.
Reflexionsstark, feinfühlig und mit subtilem Humor tastet Schoeneberg die Vergangenheit bis in die Gegenwart hinein ab. Hatte der Vater nicht doch recht, wenn er sagte „Lass niemanden über dich etwas wissen“? Sind das die Lehren aus dem auf den Straßen Neuköllns erschallenden Jubel über das Massaker des 7. Oktober?
»Mein Vater war anders. Vielleicht war er schwul. Das hätte alles erklärt. Jedenfalls wurde um sein Anderssein ein riesiges Brimborium gemacht. Obwohl das Brimborium eben darin lag, kein Brimborium zu machen. Von der Mutter waren wir beizeiten eingeschworen, den Vater auf keinen Fall mit Fragen zu behelligen, denn jede Frage wäre eine Quälerei. Auch gab es eine nicht ausgesprochene, doch immer im Raum stehende Verschwiegenheitsverpflichtung, bloß nichts über den Vater nach außen zu tragen. Eine kleine familiäre Omertà, die alle im Schweigen verband. So, wie es aussah, hatte mein Vater etwas zu verbergen.«
Durch den Abend führt Gastgeberin Stefanie Hirsbrunner.
Der Vater stammt aus einer jüdischen Berliner Familie, er hat Auschwitz überlebt. Die Mutter kam aus Vorpommern, als Mädchen war sie im BDM. Eine deutsch-jüdische Verbindung des Nachkriegsdeutschlands – so ungewöhnlich wie ihre Kinder: eine seltene Mischung. Doch über die Geschichte herrschte Schweigen.
Reflexionsstark, feinfühlig und mit subtilem Humor tastet Schoeneberg die Vergangenheit bis in die Gegenwart hinein ab. Hatte der Vater nicht doch recht, wenn er sagte „Lass niemanden über dich etwas wissen“? Sind das die Lehren aus dem auf den Straßen Neuköllns erschallenden Jubel über das Massaker des 7. Oktober?
»Mein Vater war anders. Vielleicht war er schwul. Das hätte alles erklärt. Jedenfalls wurde um sein Anderssein ein riesiges Brimborium gemacht. Obwohl das Brimborium eben darin lag, kein Brimborium zu machen. Von der Mutter waren wir beizeiten eingeschworen, den Vater auf keinen Fall mit Fragen zu behelligen, denn jede Frage wäre eine Quälerei. Auch gab es eine nicht ausgesprochene, doch immer im Raum stehende Verschwiegenheitsverpflichtung, bloß nichts über den Vater nach außen zu tragen. Eine kleine familiäre Omertà, die alle im Schweigen verband. So, wie es aussah, hatte mein Vater etwas zu verbergen.«
Durch den Abend führt Gastgeberin Stefanie Hirsbrunner.
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